21 fette Gründe: Fett ist Trumpf für Körper und Geist

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Fett hat viel zu lange schlechte Presse bekommen. Man muss viele gesunde Fette essen, um schlank zu bleiben, weniger Gelüste zu haben und mit fast unbegrenzter Energie beste Leistung zu erbringen: Fett is der Treibstoff für das Gehirn, es sättigt und hilft, Hormone im Gleichgewicht zu halten. Wenn wir weniger Kohlenhydrate und Eiweiss in Moderation essen und unser Energiebedarf gleich bleibt, dann bleibt nur eine erhöhte Fettzufuhr, um die ausreichende Energieversorgung zu gewährleisten.

  1. Ja, der ursprüngliche Gedanke, weniger Fett zu essen um abzunehmen erscheint naheliegend. 1g Fett enthält mehr als doppelt so viele Kalorien wie Kohlenhydrate oder Protein. Durch die Reduzierung von Fett lassen sich also deutlich mehr Kalorien einsparen als durch die gleiche Menge Protein oder Kohlenhydrate. Doch einfach Kalorien zu zählen ist keine gute Strategie.

  2. Fett ist für das Sättigungsgefühl ausschlaggebend. Die gleiche Menge an Kalorien in Form von Kohlenhydraten sättigt wesentlich weniger als Fett. Ohne Fett (und ohne Eiweiss) kriegt man oft Heisshunger auf Süsses.

  3. Ein Überschuss von Kohlenhydraten in der Ernährung (und der dadurch erhöhte Blutzucker) löst eine Reihe von Entzündungsreaktionen aus. Fett verlangsamt die Aufnahme von Kohlenhydraten und hält den Blutzuckerspiegel unter Kontrolle. Wenn man zu viel Glukose hat und der Blutzucker hoch ist, ist auch Cortisol - das Stresshormon - hoch.

  4. Fett wurde lange Zeit als Verursacher von Krankheiten, insbesondere von Herzerkrankungen, beschuldigt. Allerdings ist inzwischen bekannt, dass wesentliche Untersuchungen dazu fehlinterpretiert wurden.

  5. Jahrzehntelang versuchte man, hohe Cholesterinwerte, die als Hauptursache für Herzinfarkt ausgemacht wurden, durch eine verminderte Fettzufuhr zu senken. In der Tat kann dadurch der Cholesteringehalt im Blut reduziert werden. Das betrifft aber auch das gute HDL-Cholesterin, das das überschüssige Fett zurück in die Leber transportiert und in Ketonkörper umwandelt.

  6. Nach heutigem Wissensstand stellt eine fettreiche und kohlenhydratarme Ernährungsweise keinen Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen dar. Ob dadurch das allgemeine Risiko nicht sogar vermindert wird, müssen die Ergebnisse weiterer Untersuchungen zeigen - erste wissenschaftliche Studien deuten darauf hin.

  7. Energie wird im Körper entweder durch Glukose oder Ketose gewonnen. Anders gesagt: Kohlenhydrate und Proteine werden im Körper in Glukose umgewandelt während Fett in Ketonkörper. Beides dient zur Produktion von Energie. Der Unterschied: Der Überschuss von Glukose löst Insulin (Hormon) aus, was eine Reihe von unerwünschten Konsequenzen hat (incl. Fettzunahme, Fettstoffwechselstörungen, Stress).

  8. Die Ketonkörper, die bei einer Ketose in der Leber gebildet werden, nämlich Acetoacetat, Aceton und 3-Hydroxybutyrat, lassen sich gewissermassen als transportable Form von Fett verstehen. Das ist vorteilhaft und spart vor allem aufwendige Umwandlungsprozesse und damit Energie und Zeit. Ketone können also direkt nach der Aufnahme über die Nahrung zu Gehirn und Muskeln transportiert werden und dort in Rekordzeit in Power umgewandelt werden.

  9. Ketonkörper sind Säuren mit einer relevanten Besonderheit: Sie können sehr schnell in alle Zellen aufgenommen werden - und zwar auch in die Nervengewebes und des Gehirns. Fetten und Fettsäuren gelingt das nicht, denn sie können in ihrer Transportform die Blut-Hirn-Schranke nicht durchdringen. Ketonkörper sind wasserlöslich und können so die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Also is Fett food for cells, food for brain.

  10. Fett besteht aus einem Glyceringerüst, an das 3 Fettsäuren gekoppelt sind. Beim Fettabbau werden diese Säuren freigesetzt und von unserer Muskulatur für die Energiegewinnung genutzt. Zurück bleibt der Glycerinanteil, aus dem Glukose gebildet wird. Damit kann Fett sogar einen Beitrag zur Grundversorgung des Gehirns mit Glukose leisten. Bei einer hohen Fettzufuhr kann der Körper jedoch nicht sofort alle Fettsäuren verwenden. Deshalb transportiert er die Überschüsse in die Leber, wo er sie in sogenannte Ketonkörper umwandelt.

  11. Das Besondere ist, dass unsere Nervenzellen die Ketosäuren sehr gut als Energiequelle nutzen können und damit der Bedarf von Glukose reduziert wird.

  12. Sind dank LCHF genügend Ketonkörper vorhanden, können bis zu 60% des Energiebedarfs unseres Gehirns aus Fett gespeist werden.

  13. Bei Ketose (Abbau von Fett zur Energiegewinnung) fallen weniger freie Radikale, also potentiell schädigende Abbauprodukte an als beim Abbau von Glukose.

  14. Viel Fett in der Nahrung fördert die Funktion unseres Gehirns. Wenige Wochen einer LCHF-Ernährung führen dazu, dass praktisch immer genügend Energie zur Versorgung der Zellen zur Verfügung steht - zumindest bei Menschen, die vorher einiges an Fettdepots angesammelt hatten.

  15. Voraussetzung für die positiven Effekte von Fett ist, dass die Zufuhr von Kohlenhydraten gleichzeitig sehr stark reduziert wird, nur dann wird eine relevante Ketonkonzentration im Blut erreicht. Das heisst allerdings nicht, komplett auf Carbs verzichten!

  16. Bei einer Ernährung mit einem hohen Anteil an Kohlenhydraten sind praktisch keine Ketonkörper im Blut vorhanden und das Gehirn nutzt ausschliesslich Glukose. Glukose ist eine Energiequelle, die einem Sprinter dient, nicht einem Marathonläufer. Es gibt einen physischen und mentalen Energieschub, ist aber nicht konstant vorhanden (deshalb die sogennanten energy crashes am Nachmittag).

  17. Die Energie aus Fetten ist effektiver. Im Vergleich: Ketonkörper, die in der Ketose gebildet werden, können in 3-5 Schritten zu Energie umgewandelt werden. Bei Glukose sind es 26 Schritte.

  18. Erst, wenn der Ketongehalt auf Werte von über 1mmol/l Blut ansteigt, werden Ketone relevant. Diese Menge an Ketonkörper im Blut erreicht man aber erst, wenn die Kohlenhydratzufuhr deutlich unter 100g pro Tag, besser bei 50g, liegt.

  19. Therapeutischer Nutzen: Seit fast 100 Jahren weiss man, dass eine Ernährungsweise mit sehr hohem Fettanteil günstige Auswirkungen auf Patienten mit Epilepsie und Diabetes 2 hat. Die Häufigkeit von Krampfanfällen lässt sich damit erheblich vermindern. Man beobachtet ebenso, dass Menschen, die unter Krebs oder psychischen Krankheiten wie Depressionen leiden, von einer Low Carb Ernährung profitieren können.

  20. Ketoseeinstieg durch Fasten: Einen schnellen Einstieg in die Ketose kann man durch zweitägiges Fasten erreichen. Die Kohlenhydratspeicher in unserem Körper reichen nur für etwa einen Tag, danach stellt sich unser Stoffwechsel schon auf die Verbrennung von Fett aus dem Fettgewebe um. Ein Teil dieses Fettes wird dann in Ketonkörper umgewandelt und ans Blut abgegeben.

  21. Fett ist ein Baustein. Hochwertige Fette bilden starke Zellmembranen und helfen beim Aufbau von Sexualhormonen! Das Gehirn ist der fett- und cholesterinreichste Teil des Körpers und benötigt gesättigtes Fett, um Myelin aufzubauen, die Isolatoren, die viele der Gehirnzellen miteinander verbinden. Im Gegensatz dazu, Fettarme Diäten lassen das Gehirn verhungern.

    Also unbedingt den extra Schuss Öl geniessen!

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Es ist eine gute Idee, bei jeder Mahlzeit mehr von den guten Fetten hinzufügen. Weidebutter, Ghee und Kokosnussöl sind sehr hochwertige Fette.

Achtung: Nicht alle Fette sind gleichwertig. Einige Fette füttern das Gehirn und helfen, die Cravings abzuschalten, während andere Entzündungen verursachen.

Weiter lesen:

Was sind Blutfette? Schweizerische Herzstiftung, https://www.swissheart.ch/herzkrankheiten-hirnschlag/risikofaktoren/blutfette.html

Leistungsfähiger durch Ketose, Brain Effect, https://www.brain-effect.com/magazin/leistungsfaehiger-durch-ketose

Covert manipulation of the ratio of medium- to long-chain triglycerides in isoenergetically dense diets: effect on food intake in ad libitum feeding men, Rowett Research Institute, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8696422

Increasing evidence of a strong connection between sugar and cancer, Amy Crawford, Weill Cornell Medical College, https://medicalxpress.com/news/2019-03-evidence-strong-sugar-cancer.html

Gehirnstoffwechsel, Spektrum.de, https://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/gehirnstoffwechsel/4122

Ärztin verrät, wie Sie Ihre Hormone auf Abnehmen programmieren, Focus, https://www.focus.de/gesundheit/gesundleben/fitness/abnehmen-so-programmieren-sie-ihre-hormone-um_id_10838227.html

Don’t fear the fat: 7 ways fat can help you lose weight, Dave Asprey, https://www.bulletproof.com/diet/weight-loss/dont-fear-the-fat-7-ways-fat-can-help-you-lose-weight/


Egle Paulauskaite